Schimmer der Hoffnung

Die Natur ist umhüllt durch einen nassen Schleier,
wie aus grauem Tüll.
Der Wind lässt die Tücher darüber wellen
und ab und zu die blasse Schönheit darunter erhellen.

Sorglose Tage voll blühender Farben,
das krächzen der Raben.
Zwitschernde Vögel und summende Wiesen.

Der nasse Schleier beschützt sie in Zeiten wie diesen.

Damit alles von Neuem beginnen kann.

Ein kurzes Gedicht über die Zeit

 

von Lilia Van De Paardebloem

Mit dem Licht des Mondes schreiten unsere Tage voran.

Sie verglühen im Sonnenschein.
Verpulverisieren sich zu einer Masse,
im vergangenen Dasein.

Hiersein, Jetzt Hiersein,
wie ein Vogel fliege ich ins Hiersein hinein.

Ich spüre den warmen Wind in meinen Federn.
Mein Flügelschlag trägt mich geduldig auf meinem Weg.

Auf meinem Weg der ins strahlend, funkelnde Dortsein geht.

Der Feuerbaum

von Lilia Van De Paardebloem


Einst träumte ich,
ich sei ein Feuerbaum.

Rote feurige Blätter säumten mein Haupt im Traum.
Sie wuchsen an meinen Ästen,
sie waren mein Laub.

Loderten hell,
um uns der Staub.

Feinste Staubkörnchen flogen im Licht.
Eiserne Früchte zierten mein Gesicht.

Die Flammen loderten immer heißer und heller, schneller und schneller –
auf ihrem flammenden Höhepunkt.

Bis die Früchte schmolzen
und reif zu Boden rollten.

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Upcycling Fotokunst – Der Feuerbaum (aus upgecycelten Materialien wie Teelichtern, einem altem T-Shirt und gesammeltem Laub auf Jeans)

 

 

die Schwalbe im Sturm

schwalbe im sturmDraußen tobt der Wind schon seit gestern Nacht, so dass die Bäume sich unentwegt biegen und die Blätter strömend rauschen.

Eine Gänsehaut kriecht über meinen ganzen Körper. Der Schein der Kerzen -gestern Nacht- hat mich wieder daran erinnert, dass ich aufhören wollte zu vermissen. (weiter lesen)

Der Rausch des Klatschmohns

klatschmohn by nightDer Mond steht sichelförmig am klaren Nachthimmel, so groß und dünn, als hätte die dunkelblaue Samtdecke über uns einen Kratzer aus Licht.

Am Horizont die Umrisse des dunklen Waldes.

Ich bin hier mit dir, in dieser warmen Sommernacht, mitten in einem Feld aus rotem Klatschmohn. Ich habe gehört, dass Mohn die Blume der Illusionen und der Versuchung ist. (weiter lesen)

Auseinandersetzungen mit dem Tod

unvergessenKommt man im Leben in Berührung mit dem Tod. Egal auf welche Art und Weise, berührt einen die Vergänglichkeit.

Die ist es, die uns Angst macht, denn wenn jemand geht oder wir selbst bemerken, dass unser aller Leben vergänglich ist, wissen wir: Es wird alles anders, als es jetzt gerade ist! Das ist beängstigend, weil wir es nicht kennen. Wir wissen nicht, wie es nach dem Tod sein wird. Die zurückgebliebenen trauern um Menschen, die sterben. Sie müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass es nie mehr so wird wie zuvor und bei vielen die jemanden verloren haben, kommt die Angst hoch, nicht mehr ohne diesen Menschen existieren zu können.

Und das es geht, wollen wir in diesem Moment nicht wahrhaben. Denn ein Mensch der zu uns gehörte, der uns etwas Entscheidenes gegeben hat, nämlich Liebe, ist nicht mehr da um sie uns weiterhin geben zu können.

Wenn wir ohne diesen geliebten Menschen weiterhin existieren können, ist er uns dann eigentlich gar nicht wichtig?grabsteine

Wir haben Angst zu vergessen, wie seine Stimme klingt. Ich habe Angst zu vergessen, wie deine Umarmungen sich angefühlt haben. Er hat Angst zu vergessen, wie du riechst.

Doch es tröstest mich, dass ich weiß, dass du mich geliebt hast. Es tröstet mich zu ahnen, dass du immer noch bei mir bist. Deine Aura umgibt mich. Ich spüre dich, nicht immer, aber dann wenn ich dich brauche, bist du noch bei mir. Ich bin mir fast sicher, dass es so ist. Denn ich habe deinen Geruch manchmal noch nach deinem Tod wahr genommen. Dann wenn ich in der Natur nahe war. Zwischen Bäumen und Wiesen. Der Wind hat ihn mir entgegen geweht. Und darum weiß ich, dass du noch hier bist. Nur eben anders, aber auch schön.